Zimmerbühne Potsdam

 

Über die Verfinsterung der Geschichte oder Wohin hoffen wir?

Jahresprojekt für die „Zimmerbühne“

Nachdem wir, Corona-bedingt, die Füße still halten mussten, kann jetzt endlich unser Jahresprojekt für die Zimmerbühne beginnen.

Seit September 2020 kann das Theater die Spielstätte in der Zimmerstraße 12a uneingeschränkt als Proben- und Spielort nutzen. Wir nehmen dies zum Anlass, den Saal, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Kapelle der „Selbständigen Lutherischen Dreieinigkeitsgemeinde“ erbaut wurde, in einem großen künstlerischen Jahresprojekt zu erkunden, das den Raum mit einer dichten Folge kleiner Theaterereignisse zum Leben erweckt.

Thematisch treiben uns dabei die Fragen um: Haben wir noch Utopien? Welche Erwartungen haben wir für die Zukunft? Ist Hoffnung noch ein Motor? Oder eher eine Last? Zeigt uns nicht die aktuelle Situation, wie schwer Voraussagen und Projekte für eine Zukunft zu formulieren sind? Wie leben wir als Menschen in einer Zeit, in der wir die meisten Gewissheiten verloren haben? Bis zum Jahresende 2021 werden wir diesen Fragen mit Aufführungen, Lesungen und Gastspielen nachgehen.

 

Programm

28. April [Premiere] "Über die Verfinsterung der Geschichte“ von Hans Magnus Enzensberger

Den Auftakt macht der titelgebende Dialog. Hans Magnus Enzensberger bearbeitete im Herbst 1983 die beiden Dialoge des russischen Philosophen und Schriftstellers Alexander Herzen aus einer „politischen Absicht“, wie er schreibt. Auf einer Schiffsreise treffen sich Herzen und ein junger Student, diskutieren die revolutionäre Situation in den Jahren 1847 und 1848 in Paris. Es geht um Hoffnung und um Enttäuschung. „Jede Generation glaubt an die Einzigartigkeit ihrer ‚Sinnkrisen‘, schreibt Enzensberger. „Herzens Dialoge zerstören diese Einbildung.“ Doch Herzen begegnet den Niederlagen und Enttäuschungen mit einer Haltung, die ihn zu einem Nothelfer von höchster Aktualität macht: mit rücksichtsloser Analyse und mit offener Phantasie.

Es spielen Willi Händler, Felix Isenbügel

30. April [Premiere] "Niemand wartet auf dich" von Lot Vekemans

Niemand wartet auf dich... Heißt das, du darfst dir alle Zeit der Welt nehmen? Oder: Du bleibst zurück, wenn du dich nicht beeilst? Oder bedeutet es, ganz am Ende erwartet dich gar niemand?

Lot Vekemans entwirft drei Frauenfiguren, die auf unterschiedliche Weise mit diesen Fragen umgehen: Die 85-jährige Jantje, die hofft, dass ihr verstorbener Mann sich im Himmel nach ihr sehnt. Die Politikerin Ida, die ein Leben mit Mission will, oder wenigstens am großen Wagnis scheitern. Die 60-jährige Schauspielerin José die fragt, in welcher Rolle man den großen Problemen dieser Zeit wirkungsvoll entgegentreten kann. Jantje, Ida und Jose; drei Darstellerinnen, in drei verschiedenen Welten, Sprachen, Aktionsräumen, die aus ihrer Komfortzone ausbrechen und bereit sind Verantwortung zu übernehmen – mit allen Konsequenzen. Niemand wartet auf dich.

Lot Vekemans Aufforderung zu mehr Debatten, mehr Eigeninitiative und weniger Zynismus richtet sich ganz direkt an das Theaterpublikum.

Es spielen Marianna Linden (Jantje, Ida, José), Arne Assmann (Musiker)

Regie Andreas Pinkowski

Jeder dieser Abende ist eine Einladung an das Publikum, ins Gespräch zu kommen. Die Reihe „Über die Verfinsterung der Geschichte“ sucht den Dialog mit dem Publikum. So wollen wir die Zimmerbühne als „Public Place“ etablieren.

 

Neue feste Spielstätte in Potsdam West

 

Zimmerbühne Potsdam

Zimmerstraße 12b, 14471 Potsdam

 

Sie wollen die Zimmerbühne mieten? Schreiben Sie uns: vermietung@zimmer-buehne.de

Team

Künstlerische Leitung (Elternzeitvertretung):
Kai O. Schubert

Künstlerische Leitung und Geschäftsführung (in Elternzeit):
Andreas Hueck

Büroleitung und Buchhaltung:
Marina Werl

Büromitarbeit:
Natallia Dittmar

Gastspielakquise und Künstlerisches Betriebsbüro:
Katharina Dembski

Fördergeld- und Vertragsmanagement:
Alexander Schröder

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Rebekka Neef

Ausstattung:
Janet Kirsten

Projektleitung, Technik, Beleuchtung:
Christian Hoffmann

Projektleitung:
Alexander Schierhorn

Malerei und Grafik:
Rayk Goetze