Motiv (c) Rayk Goetze

Kurzschluss

von Noa Lazar-Keinan

Berührend und mit wunderbarem Humor lässt die Autorin Noa Lazar-Keinan in ihrem Stück „Kurzschluss“ Alltagssituationen einer im Grunde ganz normalen Familie ablaufen. Die Eltern David und Neta und ihre zwei Kinder Noga und Itamar meistern Kindergarten, Schule, Arbeit, Alltagschaos. Alles läuft irgendwie. Dann kommt die Diagnose Autismus bei Itamar.

Was zunächst wie ein medizinischer Befund klingt, wird schnell zur Zerreißprobe. Die Eltern gehen mit der Diagnose unterschiedlich um. Während einer sofort recherchiert, analysiert und handeln will, hält der andere an Routinen fest und hofft, dass alles halb so wild ist. Zwischen Verdrängung und gut gemeinten Ratschlägen entsteht Reibung, und daraus überraschend komische Momente, in die das Publikum direkt mit einbezogen und angesprochen wird.

„Kurzschluss“ zeigt keine Heldengeschichte, bis auf die fiktive Figur des Superdoktors, und kein pädagogisches Lehrstück. Stattdessen blickt Noa Lazar-Keinan präzise und mit trockenem Humor auf das, was passiert, wenn eine Diagnose wie Autismus plötzlich den Familienalltag strukturiert. Wer muss sich anpassen? Das Kind? Die Eltern? Oder unsere Vorstellungen von Normalität? Ein Stück über Wahrnehmung, Überforderung und die Frage, wie viel eine Elternbeziehung aushält. Direkt, ehrlich und mit Humor, der genau dort sitzt, wo es weh tut.

Premiere: 12. März 2026

Besetzung:

Annika Stöver
Stefan Wilde

Regie: Markus Schoenen
Dramaturgie: Leonie Rinze
Bühnenbild: Claudia Manthey
Kostümbild: Patricia Walczak
Regieassistenz: Claudia Manthey
Kostümbildassistenz: Greta Czermak

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