Motiv (c) Rayk Goetze
ARENDT – Denken in finsteren Zeiten
von Rhea Leman | Deutsch von Henning Bochert
Ein fiktives Theaterstück inspiriert von Hannah Arendts Leben und Werk von Rhea Leman.
Kopenhagen, 1975, Hannah Arendt, die Publizistin und politische Theoretikerin bereitet sich in einem Hotelzimmer auf eine Rede vor. Ihr soll heute der dänische Sonning-Preis, Dänemarks wichtigste Auszeichnung für europäische Kulturleistungen, verliehen werden. Sie ist allein, und doch tauchen zahlreiche Gestalten aus ihrer Erinnerung auf, mit denen sie surreale Dialoge führt. Dabei findet eine Reise statt, durch viele Stationen ihrer Biografie.
Vor dem aufkommenden Faschismus flieht sie von Deutschland über Frankreich nach New York. Von ihrem ersten Mann, Günther Anders hatte sie sich getrennt, nun lebte sie zuerst staatenlos mit Heinrich Blücher in Amerika. Erst 1951 wurden sie und ihr Mann in den USA eingebürgert. Zehn Jahre später nahm sie als Reporterin für die Zeitschrift „The New Yorker“ in Jerusalem am Prozess gegen Adolf Eichmann teil. Ihre zahlreichen Reportagen versammelte sie dann in ihrem bekanntesten Werk: „Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banalität des Bösen“.
Mit diesem Werk und seinem Titel prägte die Philosophin und politische Theoretikerin einen der für das Verständnis der deutschen Verbrechen wichtigsten, aber nicht unumstrittenen Begriff. Eine intelligente und fesselnde Zeitreise bis in die Gegenwart.
Premiere: Herbst 2027
Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin
