Motiv (c) Rayk Goetze

Der Kirschgarten

von Anton Tschechow

Spieldauer:

2 h 25 min, inkl. Pause

Die verwitwete Gutsbesitzerin Ranjéwskaja kehrt nach langem Aufenthalt im Ausland auf ihr Anwesen zurück. Über viele Jahre hatte sie weit über ihre Verhältnisse gelebt und Schuldenberge angehäuft. Nun muss sie sich von ihrem Eigentum trennen. Auch den blühenden Kirschgarten, der Erinnerungen an ihre Kindheit zu glücklicheren Zeiten hervorruft, soll sie verlieren. Lopáchin, der aus einfachsten Verhältnissen zu einem wohlhabenden Kaufmann aufgestiegen ist, schlägt vor, die Bäume fällen zu lassen und auf dem riesigen Grundstück Sommerhäuser für Touristen zu errichten. Doch darauf will sich Ranjéwskaja nicht einlassen. Sie hängt an ihrem Besitz, der seit Generationen Zeichen ihres gesellschaftlichen Standes war.

Das letzte Schauspiel von Anton Tschechow wurde 1904 uraufgeführt. Deutlich zeigten sich im damaligen Russland Signale der untergehenden Welt des Adels, und noch höchst unbestimmt waren die Antworten für ein Leben morgen.

Sensibel und mit feinem Humor zeichnet Tschechow das Personal seines Stücks in einer Zeitenwende. Wiedererkennbar für heute sind seine Protagonisten mit ihren Verlustängsten und ihrer Einsamkeit, ihren Sehnsüchten und riskanten Plänen. Allein die Macht des Geldes zeigt sich als resistente Konstante.

Besetzung:

Fotos (c): Marcus Lieberenz

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Video: Stephan Samuel

Pressestimmen

"Poetenpack-Chef Andreas Hueck, der Regie führt, hat den Text unter die Lupe genommen und den feinen Humor Tschechows zum Leuchten gebracht. Das „Kirschgarten“-Personal in seiner ganzen Ignoranz wird von ihm ernst genommen und in seiner erstaunlichen Lächerlichkeit mit leichter Komödienhand auf die Bühne gebracht. Niemand wird denunziert und das macht den Charme dieser Sommertheater-Aufführung aus. (...)
Die herausragende Figur im „Kirschgarten“ ist die der Ranjewskaja. Gundi-Anna Schick spielt sie eindrucksvoll als Grande Dame, die das Leben in vollen Zügen genießt und kurz vor dem Ruin steht. Schick beherrscht die Szene mit vielen emotionalen Facetten, mal naiv, zärtlich, verständnisvoll, dann wieder explosiv und die Gutsherrin hervorhebend. (...)
Und dann gibt es noch den Kaufmann Lopachin, dargestellt von Stefan Wilde. Er spielt den Erneuerer in all seinen widersprüchlichen Meinungen und Handlungen als liebenswürdigen Hausfreund ebenso wie als weitsichtigen Unternehmer, der seine Interessen durchzusetzen versteht, und dem der Kirschgarten mit seiner Geschichte völlig egal ist. Es muss Neues entstehen, egal wo und wie.
Mit den farblich fein abgestimmten Kostümen, die den Personen textile Konturen verleihen, und dem klaren Bühnenbild, in dem das Gutshaus mit seinen vielen Zimmern angedeutet wird, trägt Janet Kirsten zum Erfolg der Aufführung entscheidend bei. Und der war bei der Premiere am Donnerstag groß."

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