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Biedermann und die Brandstifter

Max Frisch | 2019

Besetzung

Michael Gerlinger (Biedermann), Andrea Seitz (Babette Biedermann), Reiner Gabriel (Schmitz), Jörg Vogel (Eisenring), Erika Mosonyi (Anna), Maximilian Hintz (Polizist / Dr. Phil).

Regie: Michael Neuwirth
Ausstattung: Janet Kirsten
Regieassistenz: Yannik Mersch

Beschreibung

Das von Max Frisch selbst als „Lehrstück ohne Lehre“ bezeichnete Stück schildert, wie der Bürger Gottlieb Biedermann Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden. Seine Blindheit, sein bewusstes Wegsehen gegenüber der sich zusammenbrauenden Gefahr hat schwerwiegende Folgen.

Diese Fabel wurde in verschiedene Richtungen interpretiert. Sie wurde sowohl als Warnung vor dem Kommunismus als auch vor dem Faschismus gelesen.

Der derzeit international erstarkende Nationalismus und die unverhohlen fremdenfeindlich und populistisch agierende Rhetorik rechter Kräfte zeigen, dass das Stück bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

In der Inszenierung stehen neben den professionellen Protagonisten Jugendliche mit verschiedenen kulturellen Hintergründen auf der Bühne.

Inhalt:

Brandstiftungen häufen sich im Ort. Der Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann liest davon in der Zeitung und echauffiert sich über die Täter. Die Vorgehensweise der Brandstifter ähnelt sich stets: Getarnt als harmlose Hausierer schleichen sie sich in die Dachböden der Häuser, um diese von dort aus anzuzünden.

Prompt klingelt es an der Haustür und ein Herr Schmitz bittet um Einlass und Obdach, er appelliert an Biedermanns Menschlichkeit. Biedermann lässt Schmitz auf dem Dachboden nächtigen. Am nächsten Tag steht der zweite Hausierer vor der Tür. Biedermann lässt auch diesen bei sich wohnen.

Trotz eigener Zweifel, als schließlich sogar Benzinfässer auf den Boden gebracht werden, ist Biedermann unfähig, den Besuch abzuschütteln. Er lädt sie zum Abendessen ein und steckt ihnen sogar als Zeichen seines Vertrauens Streichhölzer zu.
In der Nacht geht Biedermanns Haus in Flammen auf.

Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin

Video

Pressestimmen

 

Märkische Allgemeine Zeitung vom 05. April 2019
"[Die Zuschauer] sitzen [...] quasi mitten in der Wohnstube von Gottlieb und Babette Biedermann. [...] Die Brandstifter Reiner Gabriel und Jörg Vogel kosten ihre Macht und ihre Abgründigkeit mit dämonischer Spielfreude aus. Michael Gerlinger und Andrea Seitz geben ein Ehepaar, mit dem sich der Zuschauer sofort identifizieren kann. [...] Was tun, wenn böse Kräfte zusehends erstarken? Es nicht wahrhaben wollen und verdrängen sind übliche Strategien. Das Unheil nimmt also vor den Augen aller seinen Lauf."

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 06. April 2019
"Die Verwandlung des ehemaligen Gotteshauses in einen Theaterraum ist gelungen. Und die jetzt sogenannte Zimmerbühne in der Zimmerstraße 12b scheint räumlich geradezu prädestiniert für Max Frischs Drama „Biedermann und die Brandstifter“.[...] Das überaus spielfreudige Ensemble [...] haucht den farceartigen Wohnzimmer- und Dachbodenszenen jede Menge komödiantisches Leben ein. [...] Es bereitet Vergnügen, den Darstellern dabei zuzusehen, wie sie sich als Biedermänner und -frauen ungemein opportunistisch winden, um dann doch den direkt-subtilen Einflüsterungen der Brandstifter und ihrer Körperkraft zu erliegen."

Bisherige Gastspiele

2019
Potsdam

Repertoire

Theatersommer Sanssouci
Das Theater Poetenpack im Heckentheater | 2019

Unter Verschluss
Pere Riera | 2019

Odyssee
Kai Schubert | 2019

Romeo und Julia
von William Shakespeare | 2019

Pippi auf den sieben Meeren
von Astrid Lindgren, für die Bühne bearbeitet von Stefan Schroeder | 2019

Biedermann und die Brandstifter
Max Frisch | 2019

Die 13 Monate
Ein Liederabend der Jahrhundertwende mit dem Gedichtzyklus von Erich Kästner | 2019

Vorzimmer der Liebe
Kai Schubert | 2018

Das Spiel von Liebe und Zufall
von Marivaux | 2018

Netboy
Petra Wüllenweber | 2017

GIFT. Eine Ehegeschichte
von Lot Vekemans | 2017

Der eingebildete Kranke
Komödie von Molière | 2017

Der kleine Prinz
Familienstück nach Antoine de Saint-Exupèry, dramatisiert von Elisabeth Vera Rathenböck | 2017

Cyrano de Bergerac
von Edmond Rostand | 2016

Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing | 2015

Theater als Erfahrungsraum
Jugendliche mit Schauspielern auf einer Bühne | 2015

Pettersson und Findus
Sven Nordqvist für die Bühne bearbeitet von Dagmar Leding | 2015

Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie
von Woody Allen | 2015

Kunst
Komödie von Yasmina Reza aus dem Französischen von Eugen Helmlé | 2014

Minna von Barnhelm
Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing | 2014

Oh, wie schön ist Panama
von Marianne Terplan nach der Erzählung von Janosch | 2013

Onkel Wanja
Szenen aus dem Landleben von Anton Tschechow | 2012

Mein Kampf
Farce von George Tabori | 2011

Dinner for One - wie alles begann
Komödie von Volker Heymann rund um den berühmten TV-Sketch | 2007

Der zerbrochne Krug
Lustspiel von Heinrich von Kleist | 2007

Mozart & Casanova
Komödie von Kerstin Tomiak mit Musik aus ‚Don Giovanni’ | 2006

Ich denke oft an Kladow im April
ein Abend über Leben und Werk Mascha Kalékos mit Liedern von Kurt Weill | 2005

Die Judenbank
Volksstück für einen Schauspieler von Reinhold Massag | 2002

Offene Zweierbeziehung
Beziehungskomödie von Dario Fo und Franca Rame | 2002

Casanova - oder die Philosophie der Verführung
Schauspiel mit Barockmusik | 2001

Nein, zärtlich bist du nicht!
Ein Bilderbuch für Verliebte von Kurt Tucholsky | 2000

Nach Süden
Porträt über Fanny Hensel mit Liedern ihrer ‚Italienreise’ | 1999

Rilke und Lou
ein musikalisch-literarisches Programm über die Liebe zwischen Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke mit Musik von Sergej Prokofjew | 1999